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Gefunden –
nicht erfunden



«Noch schnell auf die Jungfrau»

aus «Der Bund» – Meinungen, 28.9.2018 von Christian Zürcher

Schweiz Tourismus hat ein neues Angebot: Reisende sollen in unserem Land zwischenstoppen.
Kürzlich an einem Samstag auf der Rigi: Das Bähnchen bringt eine Ladung Chinesen auf den Gipfel, diese stürmen los, die Kamera in der Hand, das Panorama im Sucher. Der Billettkontrolleur schüttelt den Kopf und sagt: «Zwölf Minuten haben sie hier oben, dann müssen sie wieder runter, das nächste Ziel wartet.» Turbo-Tourismus auf Chinesisch, möglichst viele Fotos, möglichst viele Orte, möglichst viel Schweiz.
Nun haben Schweiz Tourismus und die Airline Swiss einen Weg gefunden, um noch mehr Menschen die Schweiz schnell zu zeigen. Wer auf seinen Reisen in der Schweiz zwischenlandet, soll ein bisschen bleiben. Stopover Switzerland heisst die Innovation, bereits erfolgreich angewandt in Island und Abu Dhabi.
Laut «Blick» dürfen künftig Menschen aus den Zielmärkten USA, Indien und Singapur ihre Weiterflüge ab Zürich kostenlos um bis zu fünf Tage verschieben. Die Touristenaufgabe: Zeit in der Schweiz verbringen und Geld ausgeben. Angebote stehen auch schon: eine Bummelfahrt aufs Jungfraujoch mit möglichen Stopps in Luzern und Interlaken. Alternativen: Ausflüge nach Zermatt oder Montreux, Zugreisen mit dem Glacier oder dem Bernina Express. Schweiz für Eilige.
Klingt innovativ und einträglich und sinnvoll - wer wartet schon gerne am Flughafen auf den Weiterflug? Es ist aber auch ein weiterer Schritt zum Kreuzfahrttourismus. Hafeneinfahrt, kurzer Aufenthalt, Weiterfahrt. Immer wird am gleichen Ort gestoppt, stets profitieren die gleichen Menschen und Läden. Und: Immerfort ärgern sich dieselben Leute. Das geht so weit, dass die Luzerner Strafgebühren für Touristenbusse fordern und die Appenzeller ihre eigenen Berge meiden.
Die Balance ging im Erfolg verloren…

Anmerkung kfs: … es erstaunt mich immer wieder, wie bei allem Verständnis für Innovation und effizientem Marketing, niemand an die Auswirkungen für den Ort und deren Bewohner denkt.
In eine Vollkostenrechnung (auch einer touristischen Investition) gehören ebenfalls die Folgen für die Verschlechterung der Lebensqualität, die «Zumutungen» und Auswirkungen für die Bevölkerung. Unternehmerische Verantwortung für das «verkaufte» touristische Highlight, welches über das betriebswirtschaftliche Eigeninteresse hinausgeht.
«Mir gefällt das nicht mehr!» hört man öfter als noch vor ein paar Jahren. Mit zusätzlicher Infrastruktur vorerst die Situation des «Übervollen» zu korrigieren, ist zwar beste Absicht. Nur bietet es eben auch die Möglichkeit noch mehr Touristen durchzuschleusen und damit kurzfristig etwas Luft zu schaffen – bis dann in absehbarer Zeit die gleichen Probleme nur umso potenzierter auftreten. Die Aussage, dass die lokale Bevölkerung ja auch davon profitiere, ist wohl eher reine PR. Denn wie soll jemand davon profitieren, wenn alles im Eilzugstempo abgehandelt wird?

Wenn eine private Bahn, ursprünglich ja zumeist von den Einheimischen mitfinanziert, sich ebenfalls für die Probleme der örtlichen Bevölkerung (Schliessung von Schulen, fehlende Einkaufsmöglichkeiten, hohe Steuerbelastung, verminderte Lebensqualität, etc.) interessieren und mithelfen würde Lösungen zu finden, wäre ein Teil der «externen Kosten» eingerechnet und nicht einfach gratis für den eigenen Profit «mitgenommen» …

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